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Grundwasser und Aquiferdynamik

Die Grundwasserkörper des Meckong Deltas sehen sich mehreren Herausforderungen gegenüber. Die intensive Grundwasserentnahme wird als eine der Ursachen für die massive Lansenkung angesehen. Aber auch die natürliche Kompaktion der Sedimente kann hier einen noch nicht quantifizierbaren Beitrag leisten, insbesondere, da neue Sedimente aufgrund der Hochwasserkontrolle fehlen. Diese Landsenkung führt zu einer verstärkten Küstenerosion und den Verlust an mehreren 10er Meter Land Jahr für Jahr. Weiterhin ist eine stetige Versalzung des Grundwassers zu verzeichnen. Allerdings sind die Grundwasserleiter, von denen rund acht Wesentliche identifiziert sind, gespannt, was eine Meerwasserintrusion erschwert. Daher könnte es sich bei der Versalzung auch um die Mobilisierung synsedimentär eingeschlossener Salzwasserlinsen handeln. Allerdings liegen den vietnamesischen Behörden wie VIGMR und NAWAPI nur unzureichend Daten über die Aquifere des Meckong Delta vor, so dass das Herkunftsgebiet und Alter des Grundwassers und die Speicherleistungen der Aquifere nicht hinreichend genau bekannt sind. Auch sind zu wenige Informationen über mögliche Sediment-Grundwasser Wechselwirkungen und die Kompaktionseigenschaften der Sedimentlagen bekannt. So wird derzeit geschlussfolgert, dass insbesondere folgende vier Faktoren in Hinblick auf die Erosion und die Bedrohung der Ca Mau Halbinsel in ihrer Existenz die wesentlichen Rollen spielen, deren jeweiliges Gewicht allerdings noch nicht im Detail bekannt ist: (i) Landsenkung infolge Ausbeutung der gespannten Grundwasserkörper, (ii) Landsenkung infolge der natürlichen Kompaktion der Sedimente, (iii) abnehmende Sedimentationsraten durch effizientere Hochwasserkontrolle und die Einrichtung von Staustufen im Oberlauf des Mekong, (iv) der Meererspiegelanstieg aufgrund des Klimawandels.

Zur Sicherung des Meckong Deltas und insbesondere seiner Südhalbinsel sind deswegen neben Küstenschutzmaßnahmen vor allem ein nachhaltiges Management der Oberflächen- und Grundwasserressourcen aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit den Landressourcen zu nennen. Ein wesentliches Ziel muss es sein, die Grundwassernutzung zu minimieren, allerdings erfordert dieses die Bereitstellung alternativer Wasserressourcen. Aus diesem Grund werden in Hinblick auf die Grundwasserthematik folgende grundsätzliche Ziele verfolgt (vgl. Abbildung):

  • Identifizierung und Priorisierung von Gebieten für den Wechsel auf alternative Wasserressourcen
  • Etablierung eines effektiven Grundwasser- und Landsenkungsmonitorings mittels automatisierter Multisensorsysteme als Grundlage für die Entwicklung und Anwendung von Methoden zur Erarbeitung eines vertieften Verständnisses der Grundwasserdynamik (GW-Herkunft, GW-Spiegelentwicklung, Wasserqualität, Versalzungsprozesse)
  • Einbindung dieser Messsysteme in das im Projekt zu entwickelnde Dateninformationssystem, welches bei NAWAPI und VIGMR zu etablieren ist
  • Entwicklung eines Grundwassermodells auch als Teil eines Wasserhaushaltsmodells
  • Weiterentwicklung des Verständnisses der Landsenkungsprozesse.

Arbeitsschritte und Zusammenhänge im AP 4