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Oberflächenwasserdynamik und Nutzungspotenziale

Das Mekong Delta und insbesondere die Ca Mau Halbinsel im Süden des Deltas ist durch Erosion, Versalzung der Wasserressourcen und Trockenperioden in seiner Existenz bedroht. Als Hauptursache der Erosion wird eine Landsenkung von bis zu 3 cm pro Jahr angeführt, die durch eine Meeresspiegelerhöhung von 3 mm pro Jahr durch den Klimawandel verstärkt wird. Das Delta sehr eben und gerade im Süden häufig nur 1 m über dem Meeresspiegel gelegen. Die Erosion findet dabei verstärkt entlang der Küste aber auch im Inland statt. Während entlang der Küste örtlich mehrere Dekameter pro Jahr an Land verloren gehen, betrifft die Inlandserosion die Fluss- und Kanalufer sowie den flächenhaften Abtrag der landwirtschaftlichen Böden. Mit der Landsenkung einher geht eine stetige Abnahme des Abflusses im Mekong durch die Einrichtung von Stauseen entlang des Oberlaufs und verstärkte Wassernutzung in den jeweiligen Anrainerstaaten und damit auch ein zukünftig zu prognostizierender Verlust an Sedimenttransport in die Meckong Delta Region. Die Landsenkung führt dabei nicht nur zum Landverlust sondern in Kombination mit einem verminderten Mekongabfluss auch zu einem Vordringen des Meerwassers in die Oberflächengewässer landeinwärts und damit zu einer zunehmenden Versalzung der Oberflächenwasserressourcen. Zudem wird eine Versalzung der Grundwasserressourcen vermehrt festgestellt, die allerdings auf einen komplexeren Prozess beruhen muss, da es sich um gespannte Grundwasserleiter mit Wässern unterschiedlichen Alters und noch zum Teil unbekannter Herkunft handelt. Darüber hinaus ist hier sicherlich der Landnutzungswandel zu nennen, der durch die Zerstörung der Mangrovenwälder und die Urbarmachung des Landes auf Kosten der vormaligen Wälder zum Verlust an Boden beiträgt. Zur Sicherung des Meckong Deltas und insbesondere seiner Südhalbinsel sind deswegen neben Küstenschutzmaßnahmen vor allem ein nachhaltiges Management der Wasserressourcen aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit den Landressourcen zu nennen. Ein wesentliches Ziel muss es sein die Grundwassernutzung zu minimieren. Allerdings erfordert dieses die Bereitstellung alternativer Wasserressourcen. Das AP 3 im ViWaT Verbund zielt nun insbesondere darauf ab, in Absprache mit den vietnamesischen Partnern von NAWAPI und VIGMR und in Kooperation mit dem BGR, die natur- und ingenieurswissenschaftlichen Grundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Wasserressourcen zu erarbeiten und erste technologische Maßnahmen umzusetzen. Die sich hieraus ergebenden und zu erarbeitenden Aspekte der Planung werden in der Projektgruppe ViWaT-Planning durchgeführt. Die vietnamesischen Behörden werden in diesem Projekt in die Lage versetzt (i) ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement in Verbindung mit ViWaT-Planning zu entwickeln, (ii) die Prozesse, welche die Landsenkung und den Landverlust verursachen detaillierter zu verstehen und zu beobachten, (iii) Gegenmaßnahmen zu entwickeln, (iv) ökologisch angepasste Küstenschutzmaßnahmen durchzuführen und (v) die Ca Mau Halbinsel für die Zukunft zu sichern. Zentrale Aufgabe des AP ist letztlich die Identifizierung alternativer Wasserressourcen. Hierzu sind folgende Schritte nötig:
 

  • Qualitätsmonitoring und Dauerbeobachtung potentieller alternativer Wasserressourcen:
    Regenwasser, Fluss- und Kanalwasser sowie Küstengewässer
  • Aufstellung eines Wasserhaushaltsmodell
  • Defintion notwendiger Wasseraufbereitung
  • Definition notwendiger Wasserinfrastruktur
     

In der zweiten Phase des Projekts soll es dann zur Implementierung der Versorgung mit alternativen Wasserressourcen für ausgewählte Gebiete auf der Grundlage dieser Projektphase kommen. Die einzelnen Aufgaben und Schritte in diesem Projektteil sind in der Abbildung dargestellt.

Arbeitsschritte im Bereich der Analyse der Oberflächenwässer (AP 3)