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AP 2 Regenerative Energieressourcen und alternative Baustoffe

Bau und Betrieb von Maßnahmen im Küstenschutz, in der Wasserinfrastruktur und auch im Rahmen der Entwicklung der Siedlungen und Städte erfordern nachhaltige, angepasste und kostengünstige Baumaterial- und Energieressourcen. In der Meckong Delta Region und insbesondere auf der Ca Mau Halbinsel sind allerdings für die Produktion von Baustoffen nur Feinsedimente vorhanden und Holz ist ein kostbares Gut. Konventionelle Zuschlagsstoffe für Betone müssen über weite Strecken herantransportiert werden. Die Energieversorgung wird zum großen Teil noch über Kohlekraftwerke realisiert, obwohl die Meckong Delta Region über eine hohe Sonneneinstrahlung und auch ein entsprechendes Winddargebot verfügt. Diese Energiequellen gilt es stärker zu nutzen und dafür deren Potential zu eruieren.

Wellenbrecher aus Beton in der westlichen Küste der Ca Mau Provinz (Foto KIT)

Die Küstenschutzmaßnahmen am südlichen Meckong Delta werden derzeit hauptsächlich aus Beton und aus pflanzlichen Materialien gebaut. Auch wenn pflanzliche Baustoffe als umweltfreundliche Materialien eingestuft werden können, stellen diese langfristig aufgrund ihrer limitierten Verfügbarkeit keine nachhaltige Option dar.
Für die Herstellung von Beton mit Standardeigenschaften sind feine und grobe Gesteinskörnungen erforderlich. Im südlichen Meckong Delta sind grobe Gesteinskörnungen nur in reduzierten Mengen vorhanden, aus diesem Grund wird Beton, Zement und Zuschlagstoffe, hauptsächlich aus anderen Regionen importiert, was mit einem hohen CO2-Fußabruck verbunden ist. Feinere Gesteinskörnungen werden aus der Flusssohle des Mekongs gebaggert - ca. 16 Mio. m³/a (Anthony, et al. 2015). Dies beeinträchtigt die Sedimentbilanz des Flusses und führt, in Wechselwirkung mit anderen Faktoren, zur intensiven Erosion entlang der Küste. Die Nutzung alternativer Baustoffe wird als zwingend erforderlich eingestuft, da Vietnam relativ teuren Zement nicht nachhaltig bereitstellen kann (Abbau von ökologisch wertvollen Karstgebieten).
In diesem Zusammenhang ist ein Hauptziel des AP 2, nichtwertvolle Materialien in wertvolle hydraulische Baustoffe umzuwandeln. Die angestrebte Lösung soll eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative für Konstruktionen bieten, in denen Hochleistungsprodukte nicht notwendig sind. Dabei wird auf zwei Möglichkeiten der künftigen Bereitstellung von Baustofen zurückgegriffen:
1. Recycling von Baumaterialien aus dem Abbruch und Rückbau von Gebäuden und Konstruktionen und thermische Aufbereitung als Bindemittel
2. Nutzung von alternativen Materialien, z. B. aus Verbrennungsprozessen (Flugasche) und von Geopolymerprozessen.

T-Fences aus Bambus in der westlichen Küste der Ca Mau Provinz. Links: Initialzustand (Quelle: Ca Mau PPC). Rechts: Nach einigen Monaten im Betrieb (Foto KIT).